In den Flow Kanal gelangen: Die notwendige Veränderung schaffen

Prof. Csikszentmihalyi hat gezeigt, dass sich die glücklichen, stimmigen Momente unseres Lebens in einem realtiv schmalen Spielraum zwischen dem großen Feld von Überforderung einerseits und dem großen Bereich von Routine, Langeweile, also Unterforderung ereignen.

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Wenn wir die ersten Gespräche mit Teilnehmern unserer Seminare oder mit Coachingklienten führen, finden diese sich in aller Regel in einem der beiden Bereiche wieder: entweder belastet sie blockierender Dauer-Stress oder sie sind in eine Routine geraten, die von wachsender unangenehmer Langeweile gekennzeichnet ist. Veränderung ist angesagt, aber eben leichter gesagt als getan. Wie findet man einen praktikablen Ausweg, die richtige Lösung in der aktuellen Lebenssituation? Den Kopf in den Sand zu stecken hieße auf die eigene Lebendigkeit zu verzichten. Etwas Neues zu wagen erfordert aber nicht nur Mut sondern auch ein Wissen um das Finden von  Lösungsmöglichkeiten, die Mobilisierung der eigenen kreativen Ressourcen. 

Dazu reicht ein mechanischer Einsatz von Kreativitätstechniken nicht aus. Sie machen Sinn, aber erst dann, wenn wir verstehen, warum, wann und wie wir sie einsetzen. Wir beginnen daher heute mit einer Reihe von Beiträgen, mit denen wir das Geheimnis der Kreativität entschlüsseln wollen – jedenfalls in dem Maße, wie es nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse möglich ist. Der wissenschaftliche Erkenntnisstand über das Zustandekommen neuer Ideen ist noch relativ gering. Aber in den letzten Jahrzehnten haben die Forscher zumindest eine ganze Menge herausgefunden, was die Kreativität fördert und vor allem, was sie einschränkt oder gar blockiert. Daraus können eine Reihe von nützlichen Schlussfolgerungen gezogen werden. So sollen unsere Beiträge eine Brücke bauen von den Erkenntnissen der Forschung in die Umsetzung von Tag zu Tag im beruflichen wie privaten Alltagsleben.

Paul Watzlawick stellt seinem (zusammen mit John H. Weakland und Richard Fisch verfassten) Buch »Lösungen« eine höchst aufschlusseiche Geschichte voran: 

»Als die Gräfin von Tirol, Margareta, genannt Maultasch, im Jahre 1334 die Kärntner Burg Hochosterwitz, die hoch über dem Talboden einen steilen Felskegel krönt, einschloss, war es ihr klar, daß die Festung nicht im Sturm,

sondern nur durch Aushungerung bezwungen werden könne. Im Laufe der Wochen wurde die Lage der Verteidiger dann auch kritisch, denn ihre Vorräte waren bis auf einen Ochsen und zwei Säcke Getreide aufgebraucht. Doch auch Margaretas Lage war inzwischen schwierig geworden: die Moral ihrer Truppen verlotterte, das Ende der Belagerung war nicht abzusehen. Zudem hatte sie sich noch andere, viel versprechende militärische Ziele gesetzt. In seiner Zwangslage entschloss sich der Verteidiger der Burg zu einer Kriegslist, die seinen eigenen Leuten selbstmörderisch erscheinen musste; er befahl, den letzten Ochsen zu schlachten, seine Bauchhöhle mit dem verbliebenen Getreide voll zu stopfen und ihn dann über die steile Felswand auf eine Wiese vor das feindliche Lager hinunterzuwerfen. Wie erhofft, überzeugte diese höhnische Geste Margareta von der »Zwecklosigkeit«, die Belagerung fortzusetzen, und sie zog ab. Die Burg war gerettet.« 

Wie können Sie die Ochsenwurf Geschichte von Paul Watzlawick für sich selbst nutzen? 

Es ist eine fantastische Möglichkeit, sich aus einer vertrackten Situation mit einem Schlag zu befreien. Auch dort, wo es nach einer Sackgasse aussieht, wo man nicht weiter weiß, gibt es immer eine Möglichkeit. Vor der praktischen Umsetzung sollten Sie zuerst einen wichtigen Unterschied kennen lernen. 

Die Ochsenwurf Geschichte steht nicht allein da. Anhand einer Vielzahl ähnlicher Beispiele machen Watzlawick und seine Co-Autoren deutlich, dass Veränderungsprozesse sehr häufig plötzlich, überraschend passieren und auf unlogischen, paradoxen Einfällen beruhen. Soweit wird sich das mit Ihrer eigenen Lebenserfahrung decken. 

Interessant ist, dass die Autoren herausgefunden haben, warum das so ist und daraus Schlussfolgerungen ermöglichen, die ganz konkreten Nutzen für Ihre Alltagsaufgaben bieten können. 

Die entscheidende Erkenntnis besteht darin, dass es zwei Arten von Veränderungen gibt: 

Die eine findet innerhalb eines bestimmten Systems statt, das selbst unverändert bleibt, während das Eintreten der anderen Veränderung das System selbst verändert.

 

Die Fortsetzung dieses Artikels sowie die komplette Artikel-Reihe zum Kreativen Prozess finden Sie ab jetzt auf meinem Blog

http://www.gerhard-huhn.de/kreativitt/